Nachbarschaftshäuser

An Beispielen in der unmittelbaren Nachbarschaft zur Stadt Vreden möchten wir zeigen, was aus der Spinnerei für ein Schmuckstück werden kann. Wenn man es denn richtig macht!

Unser Beirat Hans-Georg Schepers war in Winterswijk und hat das dortige Gebäude fotografiert. Daran kann man erkennen, welche Aufwertung Stadt und auch die Nachbarschaft durch solch ein Gebäude erfahren kann.

Dazu gehört natürlich die handwerklich gelungene Aufarbeitung des Bestandes, architektonische Anpassungen und ein neues Nutzungskonzept. Daran arbeiten wir im Verein, denn es gibt nicht ein Standardkonzept, es gibt immer eine regionale Erfolgsmischung für eine Neunutzung. In Winterswijk gab es genügend Interessenten für hochwertige Wohnungen sowie Büroflächen auf der unteren Ebene, die mit kulturellen Veranstaltungen vermischt werden können. Für eine ausschließliche Nutzung dieser Art ist die Spinnerei wohl in Vreden zu groß.

In Nordhorn ist das Konzept anders. Im NINO-Hochbau geht mehr um Arbeit statt Wohnen. Dort hat man das Kompetenzzentrum Wirtschaft angesiedelt. Es sind dort vor allem Freiberufler und hochwertige Dienstleistungen (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Planer, Arichtekten, Ingenieurbüros, Wirtschaftsförderung, usw.) ansässig. Dazu gibt es in Nordhorn ein kleines Museum, aber das ist nicht ansatzweise so groß wie das Textilmuseum des LWL in Bocholt. In den Kreativquartieren in Dorsten und Hamm findet neben vielen Büros für Startups viel kulturelles Angebot seinen Platz: Kneipen, Restaurants, Bar, Discothek oder Club. Die richtige Mischung für Vreden auszutarieren, daran arbeiten wir im Verein. Ausgang war die Vision von Markus Bußmann, was aber nicht der Weisheit letzter Schluss ist, sondern ein Angebot zur Kooperation mit anderen Ideenträgern.

Vreden hat bis dato keines seiner industriellen Gebäude aus der Gründerzeit einer neuen Nutzung zugeführt. Kein komplettes Gebäude , ausser die Spinnerei Huesker, ist mehr vollständig erhalten; es gibt noch die vorderen Büroräume der Firma Hecking an der Stadtlohner Straße (Janine Design), kleine Reste bei Niessing. Doch wie schon beim Bahnhof, bei Cohaus, beim Josefshaus und anderswo: In Vreden muss altes gehen. Das Neue erreicht aber eher selten eine architektonische Qualität, die das Alte ersetzt. Die wirtschaftlichen Erwägungen sind offensichtlich vorrangig vor funktionalen, gestalterischen oder skulpturalen Merkmalen.

Vreden braucht das richtige Nutzungskonzept. Aber wir brauchen auch überhaupt noch eine Chance, solch ein Projekt zu verwirklichen. Dafür muss der Abriss jetzt verhindert werden! Helfen Sie mit, eine echte Debatte in Vreden zu ermöglichen, wohin Vreden geht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.