Abriss in Nacht und Nebel!

Die Befürchtungen der letzten Tage verdichten sich, erste Quellen aus Rathaus & Zeugen bestätigen es: Der Abriss der Spinnerei Huesker ist für den Eigentümer Stroetmann beschlossen. Der Abrissunternehmer ist bereits bei den Vorarbeiten, der Rest geschieht nach Abbruchanzeige wohl nun im Handstreich in den nächsten Tagen.

Für Architekturfreunde und Vredener mit Blick auf ihre Geschichte ist das ein Schlag in die Magengrube. Tatsachen schaffen auf brutalst moegliche Art und Weise, anders kann man das schwerlich nennen. Das passt zum bisherigen Ansatz, die Ideologie heisst hier wie noch zu Kriegszeiten „das nuetzt nichts mehr, bloss weg damit!“ Alle Zwischentöne, alle Facetten, plattgewalzt. Im gleichen Atemzug nimmt man so der Stadt das letzte relevante Bauwerk der Industriegeschichte und eine kulturelle Entwicklungsperspektive, es bleiben in der Umgebung traurige Profanbauten ohne Rang. Was in Vreden zudem verbleibt, ist eine grosse ideele und geschichtliche Leere, die auch keine lautem Anwälte dagegen hat. Schade, wie wenig Verantwortliche sich dafür interessiert haben oder gar ernsthaft aktiv wurden, um diesem Bauwerk eine Zukunft zu weisen, das waren wenige Junge und ein paar Altvordere. Ein Erbe von hundert Jahren wird nun möglichst schnell zerstört – vielleicht war alles daran zu kühn für Vreden, zu ambitioniert und zu visionär. Die Diskussion darüber verpuffte in einem Eklat, danach war die Debatte mit dem Initiator verstummt, da machten tausend Unterschriften keinen Unterschied.

Wenn diese Kathedrale der Industriearchitektur nun in Schutt gelegt wird, kommt nichts Besonderes danach. Dafür gibt nur Schubladenpläne aus der Abteilung 08/15. Kultur kann in Neubauten dieser Form nicht mehr realisiert werden, das ist schon wirtschaftlich unmöglich. Anderswo ist lebendige Kultur mit Anspruch leider verschwunden. Es gibt keinen Alternativplan, man kann über die Zukunft des Geländes nur unken, aber wohl ein Grund weniger gegen einen Supermarkt – das ist wohl der Plan. Das potentielle Denkmal ist für L.Stroetmann nur ein Risiko. Also weg damit, es merkt schon keiner. Und wenn sich nun niemand mehr dagegen lehnt, dann soll es wohl so sein. Das Ergebnis ist das, was Vreden dann eben ist….oder nicht?

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