Fakten

Wir müssen unser Anliegen auf den Punkt bringen.

Deswegen hier 10 Fakten, die wir für zentral halten.

1.) Die Spinnerei ist das letzte und das wichtigste Gebäude der industriellen Wirtschaftsgeschichte unserer Heimatstadt.

Seine bauhistorische Einordnung in die bedeutsamsten Architekturströmungen des 20. Jahrhunderts ist eindeutig. Sein Abriss bedeutet einen historischen Verlust, der unwiderbringlich ist.

2.) Das Gebäude ist historisch, architektonisch und kulturell von hohem Wert und muß wieder auf neuen Glanz gebracht werden!

Es ist einer der ersten freitragenden Stahlbetonbauten in Nordrhein Westfalen gewesen. Die Spinnerei trägt klare Stilelemente des Bauhaus und expressionistische Elemente. Der Architekt nahm Strömungen und Erkenntnisse sowohl von De Stijl, Werkbund, Bauhaus und Expressionismus auf. Er ist somit in vielerlei Hinsicht bedeutsam als über die Stadtgrenzen hinaus bekanntes Gebäude, vor allem durch seine entscheidende Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung unserer Region. Natürlich ist das Gebäude deswegen aus Sicht des Vereins erhaltungs- und denkmalwürdig wie bspw. das später errichtete NINO-Hochbau.

3.) Das Gebäude ist nach unserem Kenntnisstand in seiner Substanz hervorragend und für Zukunftsplanungen tragfähig und belastbar.

Dieses Gebäude ist technisch in seiner inneren Struktur nach jetzigen Stand geeignet für unsere Pläne. Als Stahlbetonbau mit hervorragender Betonqualität hält es vermutlich ohne große Überraschungen noch weitere 100 Jahre. Es ist kein technisch unmögliches oder gar unbekanntes Terrain, so etwas herzurichten. Es gibt gute Erfahrungswerte und Fachleute, die das Projekt kalkulierbar werden lassen. Der Originalzustand der Gebäudehülle kann wieder hergestellt werden. Beispiel Winterswijk, das nahezu baugleiche NINO-Hochbau in Nordhorn, die Zechen Dorsten, Hamm, usw.

4.) Es ist ökologisch und architektonisch besser, ein Bestandsgebäude von Wert zu erhalten als einen Zweckbau zu ersetzen,

Supermärkte sind selten schön. Es sind große Hallen mit Regalen drin. Ein Supermarkt steht oft nicht lange, Aldi und Lidl reißen sie nach wenigen Jahren wieder ab wie gerade in Vreden. Ein Markt besteht eventuell nur wenige Jahre. Der Handel ändert sich, das Internet boomt und Lieferdienste entstehen schon jetzt. Kultur dagegen braucht immer einen Platz im Leben der Menschen. Und städtebaulich ist eine langfristige Planung wichtig, um hohe Wohn- und Lebensqualität am Ort zu ermöglichen.

5.) Industriegebäude sind für Neunutzungen höchst attraktiv und begehrt

Ob Unternehmen, Start-Ups, Gastronomie, Hotel, Handel, Museen, Veranstaltungen, Lofts als Wohnraum, Kunst, kleine Museen, Büros für Freiberufler, Architekten, Planer, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Banken, etc. Das sieht man bspw. gut am Kompetenzzentrum der Wirtschaft in Nordhorn (Nino), den Creatiquartieren und den hunderten von Lofts in Berlin, New York, Düsseldorf oder Köln. Die Leute reißen sich um derartige Räume.

6.) Neubauten erreichen heute selten eine architektonische Qualität, die derartig große Zeiträume übersteht.

Seit 1926 ist die Spinnerei in wirtschaftlicher Nutzung. Noch heute nutzt der Mieter, die Firma Bierbaum, das Gebäude als Großlager. Es ist zwar runtergekommen, aber es ist also nutzungs- und renovierungsfähig.

Der Charme des Bestands ist unwiderbringlich und nicht zu imitieren. Auf dem Freigelände wollen wir genauso hochwertige neue Wohnbebauung. Und die würde durch ein architektonisches Highlight aus dem Jahr 1926 absolut spannend und hochwertig. Nur muss das Gebäude genauso wie die Nachbargrundstücke renoviert bzw. neugebaut werden. Das wollen wir gleichzeitig schaffen.

7.) Die Planungen L. Stroetmann schädigen aus Sicht der Experten die Innenstadt

In Vreden wird viel zu wenig für die Innenstadt gemacht. Es gibt Projekte im Anlauf, doch auch diese stehen auf wackeligen Füßen, wenn das angedachte Projekt von L. Stroetmann kommt wie angekündigt (bspw. Bremer Platz). Wir möchten den Handel sowieso den fairen Wettbwerb, sehen den Abriss der Spinnerei aber als absolut nicht akzeptabel an oder notwendig an. Mehr Lebensfreude, weniger Konsum! Das E-Center steht der Nachverdichtung schon 14 Jahre im Weg, Alternativen sollten geprüft werden.

8.) Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren! 14 Jahre Stillstand reichen!

Ohne E-Center hält Stroetmann das Projekt für aktuell nicht entwicklungsfähig. Max Stroetmann will lieber warten, so sagt er es zumindest. Ist das aber wirklich so? Wir glauben dass derartige lange Planungszeiträume irgendwann dem Zeitgeist entgegen stehen, Shopping Center und Outlet-Malls scheinen schon jetzt Ihren Zenit überschritten zu haben.

Wir wollen die Spinnerei mit Leben erfüllen. Und wir wollen verhindern, dass die Wohnbebauung an Bierbaum weiter verzögert wird, nur weil es einen E-Center dazu zwingend geben muss. Die Neue Vredener Spinnerei wäre eine Alternative, über die man reden sollte.

9.) Denkmalschutz richtig angegangen hilft der Tragfähigkeit unserer Planungen und bewahrt vor dem Abriss.

Es soll keinen Denkmalschutz geben, ohne dass man Ihn nachher als unüberwindbare Hürde für weitere Planungen hat. Wir wollen deswegen erstmal den vorläufigen Denkmalschutz erreichen, um einen spontanen Abriss zu verhindern. Denkmalschutz richtig angewendet kann helfen, dass von uns angedachte Nutzungskonzept der Neuen Vredener Spinnerei zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Konzept zu entwickeln, dass sich trägt und erfolgreich sein kann. Es soll ein Leuchtturm werden, der über die Grenzen der Stadt hinaus die Attraktivität Vredens im Umland erhöht.

10.) Unser Vorhaben ist kein Aufruf zur Verschwendung von Steuergeld & öffentlicher Förderung!

Die Initatoren planen ein wirtschaftlich tragfähiges Gesamtkonzept, um die Spinnerei dauerhaft und nachhaltig zu beleben. Es ist weder geplant noch aktuell angedacht, für das eine Förderung oder Geld der Stadt in die Hand zu nehmen. Es geht nicht darum, hier ein Museum zu schaffen. Wir schlagen ein Projekt vor, dass natürlich durchfinanziert und tragfähig sein muss, zu dem auch die Banken Ihren Segen geben und dass uns nicht nach 5 Jahren vor die Füße fällt. Der Wirtschaftsbetrieb wird von einem Unternehmen geführt, dass über starke Gesellschafter verfügen wird.

Wenn davon die Rede ist, dass der E-Center keine Steuergelder benutzt, dann sei der Ordnung halber erwähnt, dass dies an anderer Stelle sehr wohl der Fall ist. In Münster hat L. Stroetmann von der Stadt Münster 7,2 Millionen Euro bekommen für eine Tiefgarage. Wie kann sie also unser Projekt bekämpfen mit diesen Argumenten? Dass unser Konzept funktioniert hat bspw. Jürgen Tempelmann mit den Creativquartieren mehrfach immer wieder vorgemacht. Sowas ist wirtschaftlich derart spannend, dass man die Förderung der Stadt hierzu nicht braucht. Sollte die Stadt aber Potential für Ihre eigenen Planungen darin erkennen, sollte auch darüber geredet werden. Noch gehen aber die Initiatoren von einer Beteiligung der Stadt aus. Die Schutzwürdigkeit der Spinnerei ernsthaft zu prüfen, sie mit einem echten Nutzungskonzept mit dem Eigentümer (wer dies auch immer in Zukunft ist, auch wenn es L. Stroetmann bleibt), abzustimmen, erscheint als wertvolle Chance. Warum nicht diese Chance nutzen?

BONUSARGUMENT

11. Wir wollen als Lösung den Konsens. Wir wollen eine Lösung für alle Vredener!

Wir denken, auch mit L. Stroetmann kann es eine Lösung geben, wenn diese Ihre Planungen anpassen. Seit 14 Jahren plant L. Stroetmann das große E-Center und hat keine Alternative benannt. Das wollte die Politik bis dato nicht erlauben. Sie suchte nach Alternativen, wollte den E-Center verhindern und Nachverdichtung/Wohnbebauung endlich erreichen. Sie erlaubte deswegen den Eigentümern sogar den Abriss der alten Weberei (2010). Den Stroetmaennern reicht das aktuell aber nach Ihren Aussagen nicht – sie wollen sogar die Spinnerei abreissen. Und die Innenstadt schädigen um den größten Markt in Vreden zu betreiben, das steht ebenfalls als Folge im Raum. Wem bitte hilft das? Wir brauchen in Vreden für unsere Wünsche aktuell das Grundstück und die Spinnerei. Wir fordern Sie lieber auf, dies in vertrauensvolle Hände zu geben oder in diesem Sinne mit den Bürgern zu entwickeln.

Seit 14 Jahren merkt Vreden, wie wichtig Nachverdichtung auf dem Areal Huesker/Bierbaum für die Stadt wäre. Mehrparteienhäuser und sozialer Wohnungsbau fehlen in Vreden. Sie in etablierten Einfamilienhausgegenden zu errichten, das ist sehr konfliktbeladen. Deswegen muss die Nachverdichtung an diesem wichtigen Stück Fläche kommen!

Wir wissen auch, wie bedeutsam Kultur im Stadtleben ist. Und wie stark lebendige kulturelle Angebote im Stadtleben fehlen. Diese Sachlage sollte zusammengebracht werden. Die Politik kann jetzt beginnen und sich in Ruhe über den Denkmalschutz und die Optionen zu beraten. Denn der ist möglich auch ohne dass die Eigentumsverhältnisse sich zu Gunsten der Neuen Vredener Spinnerei ändern müßten. Dazu fordert der Verein die Politik auf.